Schlagwort-Archive: Wettkampfbericht

Team TRIAkademie/BBG holt zum Auftakt der Team Challenge sensationell Platz 3

Am ersten Tag der Stadtwerke Sindelfingen Team Challenge 2018 startete erneut ein Team der TRIAkademie und der Freunde von der Böblinger Baugesellschaft. Harald Freitag, Steffen Zimmermann und Torsten Völkel vertreten die TRIAkademie, Bernd Hämmerle und Markus Spengler sind von der BBG am Start.

Am 06.09.2017 startete das 5tägige Event mit einem Swim&Fun Run im Sindelfinger Freibad. Dabei mussten die aus 3 Sportlen bestehenden Staffeln zunächst 50m schwimmen und dabei einen Ball transportieren, dann geschickt und schnell über einen Aqua-Track laufen, klettern, rutschen. Dann wurde quer durchs Freibad durch einen Krabbeltunnel zur Slackline gesprintet. Nach Bewältigung dieser ging es weiter im Sprint zur Rutsche und diese hinunter. Abschließend mussten die Teams ein Becher Wasser heil auf einem Schwimmbrett durch das Sprungbecken schwimmend transportieren.

Dabei erreichte unser Team sehr überraschend den tollen 3. Platz von 24 Mannschaften. Der nächste Wettkampf ist das Team-Tauziehen am 07. September. Hoffentlich kann die gute Ausgangsposition einigermaßen gehalten werden. Daumen drücken!

Trainer Herzlos in Gafahr
Bernd schwimmt schnell und geschickt auf Platz 4 im Vorlauf, was zum Finale qualifiziert.

3 Challenger – 3 Finisher – Challenge Roth 2017

Die Voraussetzungen

Unsere von Trainer Herzlos trainierte Gruppe, die an der diesjährigen Challenge Roth teilnahm, bestand aus drei ganz unterschiedlichen Athleten:

  • Marc von der Burg: 35, Familienvater (Tochter fast 3 Jahre), im Außendienst tätig
  • Rainer Gößler: 50, Familienvater (Kinder volljährig), tätig bei einem  Automobilkonzern
  • Torsten Völkel: 45, Familienvater (Sohn fast 4 Jahre), selbstständiger IT-ler und Inhaber der TRIAkademie, sowie Coach

Rainer war Rookie, Torsten hatte 2013 bereits in Roth gefinished (11:29:17h). Marc hat zuvor vom Pech verfolgte Langdistanz-Versuche unternommen. Er scheiterte an ernsthaften Magenproblemen, sowie zuletzt an einer Pannenserie. Ein Finish musste her. Rainer hat bereits einige Mitteldistanzen erfolgreich hinter sich gebracht und der nächste Schritt für ihn war die Langdistanz.

Der Trainingsplan

Das Training begann bei allen dreien im vergangenen Herbst, wobei sich Torsten zunächst noch von einer Anfang Oktober erlittenen Verletzung (Meniskusriss mit 60%iger Entfernung und Innenbandteilriss) erholen musste und das ganze Projekt zunächst auf der Kippe stand.

Bei Torsten stand also erst einmal eher Reha im Vordergrund während Marc und Rainer bereits im Winter wertvolle Schwimm- und Laufkilometer sammeln konnten. Die Radeinheiten waren eher als Basisgrundlageneinheiten am Wochenende und als Indoor-Cycling angelegt. Das Radtraining sollte ab dem Frühjahr schwerpunktmäßig an Bedeutung gewinnen. Ebenso wurden zahlreiche Athletik-, Fexibilitäts- und Koordinations-Einheiten absolviert. Diese vom Coach mit „Low-Hanging-Fruits-Einheiten“ bezeichneten Workouts waren zum Teil sehr kurz, so dass man sie sogar auf Reisen oder unter Zeitnot absolvieren konnte. Als Pfeiler der Grundkondition sind Kraft, Flexibilität und Koordination unerläßlich. Man wird eben nicht nur durch schnell laufen, schwimmen oder radfahren schnell, sondern eben insbesondere durch diese Basis-Workouts.

Torstens Jahresplanung bis Roth nach TSS (Training Stress Score).

Die Einheiten wurden Woche für Woche geplant, an die Rahmenzeitpläne der Athleten angepasst, was teilweise eine Herausforderung war. Aber genau diese Herangehensweise – Training nach modernen sportwissenschaftlichen Lehren und teilweise unkonventionellen aber sinnvollen, innovativen Methoden – zeichnet die TRIAkademie aus: Jeder,  der nicht nach Standard-Lehrbuchmethode trainieren kann, weil er einfach nicht den normalen zeitlichen Rahmen zum Training hat, findet bei den Coaches der TRIAkademie Unterstützung und Erfahrung.

Schließlich testet Trainer Herzlos stets optimierte Trainingsmethoden am eigenen Leib. So trainierte Torsten von dieser Challenge im Schnitt 10h (2 Stunden weniger als 2013) und mit sehr vielen Nüchterneinheiten.

Der Verlauf des Trainings

Das Training bei Rainer und Marc lief über den Winter sehr ordentlich. Rainer musste dabei einige Wochenende kompensieren, an denen er Alpin unterwegs war. Er ist begeisterte Skitouren-Fahrer und dabei auch als Guide tätig. Bei Marc mussten immer wieder Anpassungen aufgrund seiner Dienstreisen gemacht werden. Aber: Die gewünschte Entwicklung konnte erreicht werden.

Torsten hingegen hatte bis in den Dezember trotz des behutsamen Aufbaus Schmerzen im Knie, die er aber laut seinem behandelnden Arzt „ignorieren und weglaufen“ sollte. Tatsächlich wurde es just zum Silvesterlauf (als Comebackwettkamp geplant) besser. Hier ist besonders unserem Gesundheitspartner Praxis wirbelwind zu danken: Vera, Anja, Marion, Inge und Alex haben einen Superjob bei der Reha-Krankengymnastik gemacht. Alex hat z.B. einige Übungen mit Torsten gemacht, die er selbst für nie mehr möglich gehalten hat. Ein Riesendank an diese hervorragenden Profis der Physiotherapie!

Testwettkämpfe

Torsten führte im März bei Hünsborn2beWild einen ersten ernsthaften Testwettkampf durch. Der harte Crossduathlon schien ein guter Meilenstein zu sein: Das Knie hielt, die Form war okay.

Im April ging es dann für Rainer und Torsten mit der TRIAkademie und den Vereinen RSV Osthelden und RSG Böblingen zum einwöchigen Trainingslager nach Mallorca, wo viele Radkilometer im Grundlagenbereich gesammelt wurden.  Marc  versuchte diese Basisarbeit an den Wochenenden auf den Routen der schwäbischen Alb zu absolvieren.

Ende April startete Rainer bei der Schönbuch Trophy in Herrenberg. Samstags wurde dabei ein MTB-Rennen (Rainer über 48km) gefahren und sonntags ein Crosslauf (Rainer über 27km) absolviert. Rainers Training zeigte Früchte und er überstand diesen Test gut.

Marc testete seine Form ebenfalls Ende April beim Triathlon Backnang (Sprint) und konnte trotz mehr als zweiwöchiger Krankheit Anfang April seine Form noch relativ gut unter Beweis stellen. Dennoch waren ein paar Einheiten ausgefallen, die zu einer behutsamen Steigerung des Trainings im Mai führten.

Formaufbau

Es war für alle drei Athleten nicht schlecht gelaufen, aber nun begann die Arbeit erst so richtig. Die Monate März (zweite Hälfte), April, Mai und Juni (erste Hälfte) waren von stets steigenden Umfängen in den einzelnen Disziplinen gezeichnet. Das Training wurde zudem zunehmend wettkampfspezifischer. Dazu kamen weiterhin die unterstützenden „Low-Hanging-Fruits-Einheiten“ in Kraft, Flexibilität und Koordination.

Ende Mai testeten Marc und Torsten erneut Ihre Form: Für Marc sollte die Mitteldistanz in Ingolstadt zur Generalprobe werden. Allerdings verlief diese nicht optimal. Eine Panne auf dem Rad war das eine, aber die Schwierigkeiten auf den letzten 8km der Laufstrecke zogen Marc so ziemlich dem Zahn.: Also analysieren und Plan adaptieren,  nochmal an der Laufperformance in Verbindung mit Radfahren, also Koppeln feilen.

Torsten testete beim Powerman Ulm, eine Duathlon Langdistanz mit 10km Laufen, 80km Radfahren, 20km Laufen. Besonders die Summe von 30km Laufen waren ein Härtetest fürs Knie. Als Pace und Strategie waren die angestrebten Ziele von Roth gedacht. Der Wettkampf mit hügeliger Radstrecke und bei fast 30°C verlief ohne Probleme. Das Knie hielt, die Form war gut, aber noch ausbaufähig. Aber das war bei Torsten sowieso geplant. Da er im Winter aufgrund der erlittenen Verletzung nur  behutsam trainieren durfte, musste er im Frühjahr eine starke Progression in den Plan eingebaut bekommen.

Die „heiße“ Phase

Torsten bei der Challenge Heilbronn – letzter Test

Die Generalprobe für Torsten und Rainer stand drei Wochen vor Roth bei der Half Challenge in Heilbronn an. Dort war für beide geplant, dass sie Material, Ernährung und Pacing für Roth testeten. Es lief sehr gut, Rainer konnte knapp vor Torsten mit guten Zeit deutlich unter 6 Stunden ins Ziel kommen. Obwohl es wirklich gut ausgegangen war, plagte Torsten ein seltsames Gefühl. Er bat also nochmal um ein paar Sondereinheiten. Da dies aber so spät nicht mehr möglich ist, wurde „für den Kopf“ lediglich 13 Tage vor Roth noch eine Umrundung des Bodensees mit 160km ins Programm aufgenommen.17 Tage vor Roth absolvierten Marc und Torsten eine weitere Psycho- und Kopfeinheit: 35 mal 1km im Stadion. Der Kilometer wird in 800m Marathonpace vom Wettkampf – 15sec und 200m gehen als Erholung unterteilt. Diese Einheit bei 30°C war eine Willenssache. Die TRIAkademie hatte im Böblinger Stadion eine Verpflegungstelle mit Wasser  und Schwämmen, sowie Getränken und Salzgebäck eingerichtet. Zusammen mit Vera Mayer und unserem Coach Klaus „Hacky“ Scheele von der RSG Böblingen, die ebenfalls in Roth starten wollten, wurde die Einheit tatsächlich durchgezogen.

Schließlich stand für alle noch eine letzte lange Koppeleinheit an. bevor es in die zweiwöchige Taperphase ging.

Für unsere Helden in Spe eine Wohltat. Endlich nicht mehr so oft so früh aufstehen – viele der langen Einheiten wurden mitunter aufgrund der familiären und beruflichen Situationen in den frühen Morgenstunden durchgeführt. Das Schwierigste an einer Langdistanz ist vermutlich die Trainingsdisziplin über sehr lange Zeit aufrecht zu erhalten. Naja, wobei der große Tag selbst auch schwierig genug ist, wie sich herausstellen sollte.

Die Challenge Roth – der große Tag

Nach der Taperphase ging es am Freitag, den 07.07. nach Roth. Rainer per Wohnmobil, Marc und Torsten hatten in Heideck, nicht weit von Hilpoltstein, direkt an der Radstrecke eine gute Pension mit angrenzender Pizzeria gefunden – beste Voraussetzungen.

Jan, Torsten, Linus

Am Freitag wurden bereits die Startunterlagen geholt und ein Selfie mit Jan Frodeno geschossen. Am Samstag stand eine letzte kurze Radrunde zum Körper- und Materialcheck an, bevor es zum Check-In zur Wechselzone 1 am Kanal ging. Dort hatten Marc und Torsten noch die Gelegenheit sich kurz mit Kathie, ebenfalls Athletin im TRIAkademie Kader und Freunden vom RSV Osthelden zu treffen. Bei Kuchen oder Nudeln und einem alkoholfreien Weizen stimmte man sich zusammen auf den morgigen längsten Tag des Jahres ein.

Torsten und Marc unmittelbar vor dem Start

Am Sonntag, 09. Juli 2017 war es dann soweit: Nach all den Monaten Disziplin, Enthaltsamkeit und vielen Kilometern Schwimmen, Laufen und Radfahren, sowie unzähligen Wiederholungen an Liegestützen, Sonnengrüßen, etc. starteten  die drei Athleten in Ihre Challenge Roth. Torstens Startschuss  fiel um 7:30h, Rainer und Marc gingen 15min später auf die Strecke, bzw. ins Wasser.

Torstens Trainingsoptimierung hatte unter anderem einen recht geringen Schwimmumfang mit sich gebracht. Die Überlegung war, die dadurch gewonnene Zeit in die Reha des Knies, ein sauberes Wiedererlernen eines gesunden natürlichen Laufstil, sowie dem gezielten Muskelaufbau zu stecken. Im Schwimmen wurde nur das nötigste trainiert, um die 3,8km relativ locker zu überstehen.

Dies klappte in Wettkampf sehr gut. Die Zeit von 1:27h begeistert sicher niemanden, aber in Anbetracht oben genannter Taktik  war dies völlig im Rahmen.

Rainer, ebenfalls eher als starker Radfahren und guter Läufer bekannt, war Dank eines größerem Schwimm-Trainingsumfangs fast 5 Minuten schneller unterwegs als Torsten.

Marc hat das Schwimmen gut geschafft

Marc hatte in der Vergangenheit schon einige gute Schwimmleistungen gezeigt. Somit war er Torsten schnell im Nacken und konnte ihn fast schon im Wasser erreichen.

In der Wechselzone konnten alle drei Athleten ohne Probleme aus dem Neoprenanzug schlüpfen, Radschuhe, Helm, etc. anziehen und sich noch schnell von den unglaublich engagierten Helfern mit Sonnenschutz versorgen lassen.

180km – Der Plan war bei allen dreien diese Strecke in 5:30h bis 6:00h zu schaffen und zwar möglichst energiesparend, da jedes Korn, das gespart werden konnte, auf der Laufstrecke Gold wert war.

Bei Torsten lief es nahezu optimal. Seine geplante Leistung sollte zwischen 180 und 190 Watt liegen. Das ist bei ihm im GA1 Bereich in der Nähe der aeroben Schwelle, bei der der Fettstoffwechsel einen sehr hohen Anteil hat und die Kohlenhydrate soeben „zugeschaltet“ werden. Am Ende seiner knapp 5:40h auf dem Rad zeigte der Computer  eine NP (Normalized Power, eine Art „gewerteter“ Durchschnitt) von 185 Watt – perfekt. Natürlich spürt man immer mal wieder Problemchen aufziehen: Po, Rücken, Nacken, Magen. Aber bei Torsten kamen diese Anzeichen  und  gingen wieder.

Marc sehr aerodynamisch unterwegs
Rainer am Berg

Marc konnte zunächst zu Torsten aufschließen, ließ sich aber nach kurzer Zeit wieder etwas zurückfallen.  In der Folge hatten Rainer und Marc hingegen besonders mit der Komponente „Magen“ zu kämpfen. Beide konnten aufgrund dieser Thematik Ihre volle Leistung nicht abrufen, aber immerhin weiterfahren. Marc kam so auf eine immer noch ordentliche Zeit knapp über 6h, während Rainer noch knapp darunter blieb. Es war nun 15:20h Tageszeit als Marc auf die Laufstrecke ging. Rainer war da schon eine Minute laufend unterwegs.  Torsten war bereits seit 14:45h unterwegs, hatte somit seinen „virtuellen“ Rückstand auf die beiden in einen Vorsprung umwandelt können.

Und es lief weiterhin gut bei ihm. Mit einer kontrollierten Laufperfomance, bei der gerade die ersten Kilometer gemächlich angegangen wurden, kam er problemlos in knapp 2 Stunden Laufzeit bis zur Halbmarathonmarke. Rainer hatte sich wieder gefangen und konnte auch durchlaufen. Nach 2:13h erreichte er die 21km Marke.

Der Fighter hat es geschafft – RESPEKT

Marc hatte leider weiterhin Probleme, schwor sich aber, durchzuhalten. 2,5h dauerte sein Kampf bis zur Hälfte der Laufstrecke. Es sollte auch bis zum Ende ein Überlebenskampf bleiben. Unzählige Besuche auf dem Dixie-Häuschen und einige Magenentleerungen forderten Tribut. Schließlich erreichte der Kämpfer Marc das Ziel in immer noch respektablen 12:51:16h und konnte seine stets mit fiebernde Frau Giovanna und Töchterchen Isabel in die Arme schließen.

Auf ins Ziel, Rainer!

Rainer zog sein Tempo wie ein Uhrwerk durch und erreichte das Ziel in 12:03:58h. Damit war er zufrieden und überaus glücklich. Auch er wurde von seiner begeisterten Familie empfangen.

Torsten merkte, dass er auf der zweiten Hälfte die Pace nicht mehr halten konnte, aber genau darauf war er vorbereitet. Er änderte seine Strategie in eine Stop-And-Go-Taktik: Gehen an den Verpflegungsstellen, um möglichst viel Wasser und Energie aufzunehmen und ggf. kurz die Muskeln zu entspannen. Dann wieder sauber und zügig laufen. So ließ sich immer noch ein ordentlicher Schnitt laufen und er schaffte mit 4:13h eine neue Langdistanz-Marathon-Bestzeit

Zieleinlauf mit kommendem Challenger

und erreichte in 11:29:17h das Ziel. EXAKT – auf die Sekunde genau – die gleiche Zeit wie bei seinem Debüt 2013. Nur diesmal nach Knie-OP und mit 2h weniger Training im Durchschnitt (was ja erprobt werden sollte). Er war überglücklich mit dem Erreichen seines Ziels. „Heute stand das Finish nie auf der Kippe. Mental war das sehr gefestigt. Was für ein Tag!“, so der zufriedene Finisher im Ziel, in dass er mit Söhnchen Linus Hand in Hand eingelaufen war. Dort wartete dann seine Frau Ramona ebenfalls glücklich auf die beiden.

Fazit

DAS IST DAS DING

Alle drei TRIAkademiker haben es geschafft! Es war ein sehr harter Tag.  Auch Vera Mayer und Klaus „Hacky“ Scheele konnten ihn erfolgreich in knapp über 12 Stunden beenden.

Das heiße Wetter und die schwere neue Laufstrecke forderten alles von den Athleten, die jedoch getragen von der überragenden Stimmung rund um die Challenge Roth, bereit waren, auch Ihr Letztes zu geben!

Ob und wann es für die Athleten mit weiteren Langdistanzen weiter geht, konnte noch niemand sagen. Lediglich Torsten ließ sich zu einem Kommentar hinreißen: Da der Versuch mit 10 Durchschnittsstunden gut geklappt hat, ist die Türe für weitere Langdistanzen weit offen, aber nicht 2018 ;-)!

Für 2018 haben wir bei der TRIAkademie bereits wieder zwei Langdistanzler im Athleten-Trainingspool. Wir haben noch Kapazität und bieten ein interessantes Paket an. Ebenso bieten wir im April 5 bis 10 Tage Trainingsplager auf Mallorca an, welches ebenfalls eine Langdistanz-Trainingsgruppe beinhaltet. Informationen folgen…

PS:

meat for speed

Vielen Dank an die Familie Siegle (Metzgerei Siegle) für das Verpflegungspaket „meat for speed“. Marc und Torsten konnten es im Wettkampf testen und nur das Beste berichten.

Bildergalerie

Glückliche Mitteldistanz Finisher

Einige unserer Athleten und einige unserer Freunde vom RSV Osthelden nahmen am Sonntag, den 11. Juni an diversen Mitteldistanzen teil. Hier nur eine kleine Auswahl der Finisher:

Carl Alheit finishte in Bonn nach einem schneller Ritt durchs Siebengebirge in guten 4:22:51h. Sein Weg wird in den nächsten Monaten sicher weiter stetig nach oben gehen. Wir sind mit seiner Entwicklung sehr zufrieden.

Ebenso konnten Katja Bieler und Matthias Schößler mit den Freunden vom RSV Osthelden Diana Decker, Sonja Herweg und Andy Klappert die Hitzeschlacht beim Ironmal 70.3 im Kraichgau überstehen und finishen. Für Katja war es die erste Mitteldistanz  –  eine tolle Leistung. Matthias konnte sich nach großem Kampf ebenfalls die Finisher-Medaille umhängen. Auch für die Beiden erwarten wir noch große Entwicklungen auf dieser Distanz.

Diana, Sonja, Katja, Andy und Matthias vor dem Start.

Kommende Woche findet in Heilbronn die nächste hochkarätige Halbdistanz statt. Hier starten unsere Athleten Rainer Gößler, Frank Siegle, Daniel Siegle, Olli Wäschenbach und Torsten Völkel.

Familie Siegle am Mondsee erfolgreich

Familie Siegle ist eine sportliche Familie, noch dazu werden Mutter Doris, Vater Frank und Sohn Daniel von unserem Trainer Herzlos trainiert. Doris mit Schwerpunkt Laufen, obwohl sie unter massiver chronischer Osteochondrose mit rheumatischer Komponente der Gesamtwirbelsäule  leidet und nicht lange sitzen oder stehen kann. Sie fühlt sich aber in Bewegung gut und daher hat sie einen hohen Bewegungsdrang entwickelt, den man ab und zu mal sanft bremsen muss. Frank und Daniel sind Triathleten und seit unserer Zusammenarbeit stets auf der Jagd nach neuen persönlichen Bestleistungen.

Am vergangenen Sonntag starteten die drei Siegles beim Mondsee Halbmarathon in Österreich und errangen Platz 3 in der Firmenteamwertung. Wahnsinn! Wir gratulieren von ganzem Herzen und sind sehr stolz auf die drei Athleten aus Bietigheim-Bissingen.

Und wer mal in der Nähe ist und sich mit qualitativ höchstwertigen Fleisch- und Wurstwaren versorgen will, Siegles führen eine sehr erfolgreiche Metzgerei. Wir können die angebotenen Waren nur wärmstens empfehlen. Und wie man sieht, macht’s auch schnell.

Showdown in Alpe d’Huez

Michael Klose vom RSG Böblingen Triathlon Team und ich (starte ja auch für die RSG) wollten es wissen: Dort wo die Tour de France Ihre epischsten Momente hatte und mit 21 Kehren die längste Serpentinenstrecke Europas in den Berg gebaut wurde, traten wir am 28. Juli zum wohl härtesten Mitteldistanz-Triathlon an.

2,2km waren zunächst im Lac du Vernay bei 16°C kaltem Wasser zu schwimmen. Allerdings ist dieses Wasser so klar, wie selten ein anderes Triathlon-Gewässer. Gespeist von Gletscher- und Gebirgswasser ist der See normalerweise fürs Aktivitäten aller Artgesperrt, da er als Stausee vom Sponsor EDF zur Stromerzeugung genutzt wird.  Nach der Gewöhnung an die 16°C war das Ganze auch gut auszuhalten. Endlich mal freier Blick auf die Füße der Schwimmer vor einem, um den Wasserschatten optimal zu halten. Es lief gut und es hat mir sogar ansatzweise Spaß gemacht. Micha hingegen hatte schon beim Schwimmen mit Krämpfen zu kämpfen, was sich leider den ganzen Tag fortsetzen sollte. Nach etwas weniger als 50 Minuten waren wir wieder an Land und auf dem Weg zu unseren Fahrrädern.

Micha war etwas schneller als ich und bereits halb umgezogen. Aber eben nur halb… er hatte sich entschieden sein Top erst nach dem Schwimmen anzuziehen aber dann war es nicht mehr auffindbar. Unsere Vermutung: Michas Rad schien umgestoßen worden zu sein, mit ihm das Top. Dabei ist es wohl irgendwie unter die Räder gekommen. Was tun? Micha hatte nur seine Regenjacke, aber bei strahlendem Sonnenschein und über 20°C ? -Unmöglich! Da kommt plötzlich der Gedankenblitz von meiner Frau Ramona: Sie zieht sich schnell ihr schwarzes Trägertop aus und wirft es Micha zu. Der zieht es doppelt falsch an, aber egal, es kann weitergehen.  Kurios, aber Hauptsache, das Rennen kann fortgesetzt werden. Solche Geschichten schreibt nur der Triathlon. Micha hat nach eigener Aussage noch nie so viele Blicke und Pfiffe beim Rennen auf sich gezogen.

Die ersten Kilometer liefen leicht abschüssig. Ich schaute auf meinen Wattmesser und richtete die optimale Geschwindigkeit ein und fing direkt an zu überholen. Es lief super und ich dachte: „Das wir mein Tag“. Dann passierte es… Das Rennen verlief hier bei vollem Verkehr. Wir fuhren auf einem Radweg. Der endete jedoch nun kurz vor einer Rechtkurve auf eine Brücke. Aufgrund der Situation fuhr ich den Fahrer, den ich gerade überholen wollte in die Windschattenbox und überholte etwas knapper als erlaubt. Das sah ein Wettkampfrichter und prompt hagelte es eine schwarze Karte (5 Minuten Penalty). Die anschließende Diskussion änderte natürlich auch nichts. Plötzlich bemerkte ich, dass mir die Tränen in die Augen schossen. Ich als Verfechter des Durchgreifens gegen Drafting bekam eine Zeitstrafe. In Deutschland rügt sowas keiner und von Fingerspitzengefühl hielten die französischen Wettkampfrichter nun mal gar nichts (sorry, hab lange überlegt, ob ich das öffentlich posten soll, aber da waren noch mehr kuriose Verwarnungen, die ich beobachten konnte).

Es dauerte bis zum ersten Anstieg, dem Col de la Morte/Alpe du Grand Serre bis ich wieder mental auf Kurs war. Der Anstieg war etwa 15km lang bei ca. 1000 Höhenmetern. Der Berg ließ sich sehr gut fahren, mit einem Blick auf den Wattmesser vermied ich, Körner zu verlieren, jedoch wurde ich besonders im unteren Bereich von zahlreichen Fahrern überholt. Ich wunderte mich, erinnerte mich aber daran, Geduld haben zu müssen. Und so war es auch, die meisten dieser Akteure habe ich später irgendwo mit mehr oder weniger Problemen wiedergetroffen. So kam ich auf der Alpe du Grand Serre an und war noch recht frisch. Nach kurzer Verpflegung ging es bergab bevor wir den mit 200hm recht moderaten Anstieg zum Col du Malissol bezwingen mussten. Die Beine waren nach wie vor frisch, jedoch meldete sich der untere Rücken. die Lendenmuskeln machten Probleme. Was ich aber durch Positionswechel einigermaßen in den Griff bekam. Naja, irgendwas ist immer!

Micha war stets etwa 5 Minuten hinter mir, es lief auch noch bei ihm.

Danach ging es weiter bergab, bevor der zähe Anstieg zum Col d’Ornon begann. Zäh, weil es hier gilt etwa 700hm auf 20km zu überwinden. Oft sieht man die Steigung nicht, aber sie ist da. Ein Kampf gegen den inneren Schweinehund. Den ich allerdings auch gewann und so ging es in eine lange Abfahrt nach Bourg d’Oisans. Hier wurde sich noch einmal verpflegt und der Rücken gedehnt ehe es nach Alpe d’Huez ging.  Die ersten Kilometer (bis etwa La Garde) sind mit 10-12% Steigung brutal. Besonders weil der Berg komplett in der brütenden Sonne stand. An jeder Verpflegungsstation galt: absteigen, Rücken dehnen, eine Flasche Wasser in mich rein, eine Flasche Wasser über den Kopf.

Irgendwie hatte sich das Bild nun gedreht, ich überholte ununterbrochen. Meine Taktik war aufgegangen, ein Hoch dem Wattmesssystem! Was nicht heißen sollte, dass ich keine Körner gelassen hatte. Ich denke so ein 120km Ritt mit 3000hm geht an keinem Athleten spurlos vorbei.

Oben angekommen, hielt ich kurz bei meinen Supportern Ramona, Ulli und Linus an und klatschte ab. Soviel Zeit muss sein!

Nach dem Wechsel musste ich dann die 5 Minuten Zeitstrafe absitzen, was mir nochmal Zeit zum Dehnen und Entspannen gab, also nicht so wirklich schlimm.

Micha hatte einige Minuten im Anstieg verloren und kam leidend in Alpe d’Huez an, kämpfte aber bravourös weiter.

Der Lauf hatte es mit 22km, verteilt auf drei Runden mit jeweils 150 Höhenmetern nochmal in sich. Ich machte bewusste Gehpausen an den Verpflegungsstellen und einer recht steilen Stelle, konnte aber ansonsten überwiegend laufen. Dabei waren zahlreiche durchtrainierte Athleten gezwungen zu wandern. Etwa 80 von über 800 Athleten kamen nicht ins Ziel, eine hohe DNF-Quote. Anders als vor 8 Jahren, wo ich an gleicher Stelle ein DNF hatte, kam diesmal nicht der Ansatz an Zweifeln auf. Somit lief ich die 22km geduldig zu Ende, Linus durfte noch ein kleines Stückchen mitlaufen und ich erreichte  nach knapp über 9h überglücklich und sehr zufrieden das Ziel.

Micha musste hart fürs Finish kämpfen, immer wieder traten bei ihm Krämpfe auf, aber etwa 40 Minuten nach mir erreichte er immer noch mit einer sehr guten Zeit das Ziel.

Nach ein paar regenerativen Stunden ließen wir es uns nicht nehmen in der Hotelbar auf diesen schönen, harten, kuriosen, emotionsgeladenen, bergigen, sonnigen Tag anzustoßen.

Fazit: Wahnsinn, was man mit etwa 7,5 h Training im Wochenschnitt erreichen kann, wenn man effizient trainiert. Auch das schlechte, von Krankheiten durchzogene Frühjahr war vergessen. Ich bin sehr stolz und glücklich über diese Leistung und hoffe, mein Coach ist es auch 😉 Mit Ulli und Micha hat es sehr viel Spaß gemacht und meine Familie ist absolut Spitze: Vielen Dank Ramona und Linus für die super Unterstützung. Sie war die Basis für meine Leistung. Zu wissen, dass Ihr auf mich wartet, hat alles Schmerzen erträglich werden lassen.

Ach ja, die Ergebnisse findet Ihr hier.

Ollis Projekt Ironman 1.0

Der längste Tag des Jahres stand am 03.07.2016 in Frankfurt an. Und der härteste im bisherigen Leben von Olli Wäschenbach.

Seine erste Langdistanz, der Ironman Frankfurt sollte unvergesslich werden.

Nach über neun Monaten Vorbereitungszeit mit Trainer Herzlos (a.k.a. Torsten) von der TRIAkademie ging Olli bestens vorbereitet an den Start. Insgesamt mussten 3,8 km im Langener Waldsee geschwommen werden. Es galt zum Auftakt locker zu bleiben und ohne großen Energieverlust durchzukommen. Die erste und seine persönlich schwächste Disziplin meisterte er in 1:13h und konnte somit die 180km und 1200 Höhenmetern bei besten Bedingungen in Angriff nehmen.

Die Strecke führt über zwei Runden durch Frankfurt mit drei Anstiegen bis zum nördlichsten Punkt nach Friedberg. Die erste Runde verlief komplett nach Plan und der im Vorfeld abgesprochenen Taktik. Zu Beginn der zweiten Runde verschlechterte sich das Wetter deutlich. Wind kam auf und auf den letzten 20km zog ein Gewitter mit Starkregen über die Radstrecke. Somit musste Olli die Taktik ändern und versuchen sturzfrei auf der langen Abfahrt nach Frankfurt zu bleiben. Somit absolvierte er die Radstrecke in einer guten Zeit von 05:35h.

Die Laufstrecke, welche vier Runden am Main entlang führte, lief Olli bis Kilometer 21 nach Plan. Dann musste er aufgrund von Magenkrämpfen bei den Verpflegungsstationen immer wieder Gehpausen einlegen. Am Ende konnte er aber trotzdem noch in starken 03:55h den Marathon zu Ende laufen.

Im Ziel zeigte Olli sich mit einer Gesamtzeit von 10:52h sehr zufrieden und plant 2018 wieder bei einem Ironman zu starten. Dann auf Lanzarote und wieder mit der Trainingsplanung von Torsten und der TRIAkademie.